Autor: VerenaBoos (Seite 1 von 2)

Memory Works-Stipendium der Bundesstiftung Aufarbeitung

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur vergibt dreimonatige Stipendien, die der internationalen Vernetzung und dem grenzüberschreitenden Austausch in Fragen von Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Gewaltherrschaft und Diktatur dienen. Durch vertiefte gegenseitige Kenntnis über die jeweilige Geschichte und deren Verarbeitung sollen alle Beteiligten zu einem besseren Verständnis der jeweiligen Debatten und deren historischer und politischer, aber auch gesellschaftlicher Hintergründe gelangen.

Mit einem solchen Stipendium arbeite ich zwischen Anfang Juni und Anfang Oktober über drei Monate hinweg am Institut für Sprache, Literatur und Anthropologie des CSIC (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) mit dem renommierten Anthropologen Francisco Ferrandiz zusammen. Es geht um die Geschichte und die Geschichten der Diktaturherrschaft, um die historische Erfahrung politischer Gewalt und deren Auswirkungen auf die gegenwärtige spanische Erinnerungskultur. Es bietet mir die einmalige Gelegenheit, mich weiter intensiv mit der spanischen Erinnerungskultur der Gegenwart zu beschäftigen – dies jedoch unter einem neuen Blickwinkel. Nachdem ich ja für die Arbeit an den Blutorangen die Beziehungen zwischen den faschistischen Regimen Deutschlands und Spaniens erforschte, betrachte ich nun die Erinnerungspolitik in vergleichender Perspektive zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Deutschland und der kommunistischen Diktaturen im Osten Europas.

 

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

„Blutorangen“ als Taschenbuch

Appettitlich kullern sie auch auf dem Titel der Taschenbuchausgabe, die Orangen. Ebenso schön wie das Hardcover, leichter zu tragen, und der Clou: man zahlt weniger, bekommt dafür aber einen Stammbaum der Familien von Maite und Carlos dazu. Seit dem 17. Februar sind die „Blutorangen“ in der Pocket-Variante erhältlich … im Buchhandel eines jeden Vertrauens oder auch direkt bei Aufbau!

Buch meets Beitel: Kunst zu den „Blutorangen“

Berührend und begeisternd: Die Hamburger Künstlerin Anja Pietzarka hat sich von den Blutorangen inspirieren lassen. Sie hat ganz wunderbare Drucke hergestellt, die Bild und Text in Dialog treten lassen.  Was im stillen Stübchen einst entstanden ist, findet in den Werkstätten des Hamburger Museums für Arbeit über den Stechbeitel den Weg auf große Bögen, und es entstehen ganz neue Bild- und Gedankenwelten.

 

Weiterlesen

Gerhard-Beier-Preis 2016 der LIT für „Blutorangen“

Noch ist nicht Weihnachten, aber es gibt schon Lebkuchen in den Läden und auch andere frohe Botschaften: Die Literaturgesellschaft Hessen verleiht ihren Gerhard-Beier-Preis in diesem Jahr für die „Blutorangen“.

 

Weiterlesen

Sommernachtstraum

Die Astern blühen, und wo Astern sind, ist der Herbst nicht mehr weit. Doch bevor nun der Duft von Mandelkern und Bratapfel unsere Sinne beherrscht, einmal noch die Nase in den Rosen versenken und vom Sommer träumen. Ziemlich gut geht das zu jeder Jahreszeit mit dem bezaubernden Gartenbuch „Der Goldene Grubber“ von Kat Menschick.

 

Weiterlesen

Mara-Cassens-Preis für Blutorangen

„Blutorangen“ wurde im Januar 2016 mit dem Mara-Cassens-Preis für das beste deutsche Debüt 2015 ausgezeichnet. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung hielt Ruthard Stäblein, Kulturjournalist beim Hessischen Rundfunk, folgende Laudatio. Sie ist schlau und nachdenklich, ihr Verfasser spannt Bögen zwischen Geschichte, Literatur und Kunst – und prägt den Begriff des „Romans der Geschichtsfäden“. 

Weiterlesen

Ausstellung: Gräber öffnen, Würde wiedererlangen

Vom 2. September bis zum 30. Oktober wird die Ausstellung „Gräber öffnen – Würde wiedererlangen“ in Berlin (Europasaal der Deutschen Gesellschaft) gezeigt. Sie stellt die Arbeit der spanischen NGO Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica (ARMH) vor, die sich um die Suche nach den Verschwundenen der Franco-Diktatur verdient macht und die historische Erinnerung einer aussterbenden Generation zu bewahren versucht.

Am 2. September, 19:00 Uhr, wird das Team der ARMH die Ausstellung eröffnen und den kurzen Dokumentarfilm „Las Cunetas – In den Straßengräben Spaniens“ zeigen.

Am 3. September gibt es ab 18:00 Uhr ein kulturelles Programm, beginnend mit einer Lesung aus den „Blutorangen“, dem Dokumentarfilm „Santa Cruz por ejemplo – Der Mord von Santa Cruz“ sowie ab ca. 20:30 Uhr einer Podiumsdiskussion mit Emilio Silva, Präsident der ARMH, und dem Filmemacher Günter Schwaiger.

Beide Veranstaltungen im Europasaal im Mosse-Palais, Voßstraße 22, 10117 Berlin. Eintritt frei. Herzliche Einladung!

 

Die lange Halbwertszeit der Franco-Diktatur

Der spanische Diktator Franco hat ein toxisches Erbe hinterlassen: Tausende anonymer Massengräber. Zivilgesellschaftliche Gruppen suchen und bergen die Toten. Sie zu finden, ist das Gebot einer würdigen Erinnerungskultur. Eine Geschichte darüber, wie wichtig und zugleich mühsam es ist, ein kontaminiertes Land zu entgiften: „Stimmen der Wahrheit“

Katalonien revisited

Katalonien wird oft als staatenlose Nation bezeichnet. Das trifft es nicht ganz, denn Katalonien hat einen Staat – den spanischen. Dieser Staat „passt nicht“, oder zumindest nicht allen, denn hier konkurrieren zwei gleichermaßen nationale und nationalistische Projekte: das katalanische und das spanische. Regionale, nationale und andere Identitäten sind verschachtelt, damit wird das Nationale mehrdeutig. Darum ging es, in ferner Vergangenheit, in meiner Doktorarbeit.

Jetzt stelle ich in einem Artikel für den FREITAG die Frage, ob die Forderung nach einem unabhängigen Nationalstaat überhaupt noch zeitgemäß ist: Sackgasse Sezession. Der Wahlerfolg von Ada Colau, die als frühere Okupa-Aktivistin nun Bürgermeisterin von Barcelona werden könnte, macht die Separatisten nervös, denn die nationale Frage könnte ins Hintertreffen geraten: Pasionaria des 21. Jahrhunderts.

Kunst. Schönheit. Ein gutes Buch.

„Sie haben unglaublich viel Recherche betrieben“, sagt ein anderer alter Mann, „und das ist ja ein großer Aufwand. Waren Sie sich dessen bewusst?“

„Nee.“

„Bedauern Sie das jetzt?“

„Nee.“

„Würden Sie sagen, es hat sich finanziell gelohnt?“

„Nee. Aber darum geht es ja auch nicht.“

„Um was denn?“

„Um Kunst. Um Schönheit. Darum, ein gutes Buch zu machen.“

 

Verlag: Aufbau.

Roman (und die, die darüber schreiben): unbezahlbar.

Worum es sonst noch geht, wenn Jan Brandt in FREITEXT auf ZEITonline über „Blutorangen“ schreibt.

Ältere Beiträge

© 2017 Blutorangen

Theme von Anders NorénHoch ↑